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Junges Deutschland (1815 - 1848)

Begriff:

Den Zeitraum von 1815 bis 1848 nennt man die Epoche des Vormärz. Die Literatur dieses Zeitabschnittes wird unterteilt in "Junges Deutschland" und den eigentlichen "Vormärz".
Die Bezeichnung "Junges Deutschland" wurde zuerst 1834 in Ludolf Wienbargs "Ästhetischen Feldzügen" verwendet. Dies ist eine Sammlung mit 22 seiner Vorlesungen. Mit der Widmung "Dir, junges Deutschland, widme ich diese Rede, nicht dem alten" prägte er maßgeblich den Begriff "Junges Deutschland".

Was ist das "Junge Deutschland"?
Der Name "Junges Deutschland" steht für eine literarische Bewegung junger, liberal gesinnter Dichter in der Zeit des "Vormärz".

Ziele:

  • Die Vertreter wollten das politische Bewusstsein der Bürger wecken, in dem sich ihre Literatur an der gesellschaftlichen Wirklichkeit orientierte. Somit wollten sie auf gesellschaftliche und politische Probleme aufmerksam machen. Selbst sahen sich die Jungdeutschen als Fortführer und Erben der Aufklärung.
  • Sie strebten eine vollständig neue, liberale Gesellschaft an, in der keine Autorität mehr ohne weiteres akzeptiert werden sollte. Die Hoffnung war die Einheit Deutschlands in Form einer Republik und somit die Ãœberwindung des Feudalismus.
  • Abkehr von den Idealen der literarischen Klassik und Romantik. Diese Form der Literatur bezeichneten sie als apolitisch und rückständig sowie als realitäts- und lebensfern.
  • Die Literaten traten ein für die Freiheit des Wortes und für die Emanzipation des Individuums, der Frau, der Juden und für eine demokratische Verfassung.


Zensur und Verbot:

1819 wurde für alle Staaten des Deutschen Bundes ein Vorzensur eingeführt. Sie betraf alle Texte unter 20 Bogen (entspricht 320 Seiten). Das betraf v.a. Zeitungen, Zeitschriften und viele Bücher. Schriften die für die breite Masse zugänglich waren. Verboten war besonders jede Kritik an den herrschenden politischen Verhältnissen, wie an der Regierung oder dem Adel.
Im Dezember 1835 wurden die Schriften der jungen Deutschen offiziell verboten. In der Begründung hieß es, die Jungdeutschen versuchen, "in belletristischen, für alle Klassen von Lesern zugänglichen Schriften die christliche Religion auf die frechste Weise anzugreifen, die bestehenden Verhältnisse herabzuwürdigen und aller Zucht und Sittlichkeit zu zerstören".
Ein weiterer Grund für das Verbot war der Verdacht, die Gruppe stünde in Verbindung zu dem im gleichen Jahr gegründeten Geheimbund Junges Deutschland. Diese Anschuldigung konnte allerdings nie belegt werden.

Autoren und Werke

  • Heinrich Heine (1786 - 1837)
    - Deutschland ein Wintermärchen
  • Karl Gutzow (1811 - 1878)
    - Zopf und Schwert
  • Ludolf Wienbarg (1802 - 1872)
    - Ästhetische Feldzüge. Dem jungen Deutschland gewidmet.
  • Ludwig Börne (1786 - 1837)
    - Briefe aus Paris